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CheeTag — Ordnung für die Musiksammlung

Software

Meine private CD-Sammlung, über die Jahre mit iTunes, Windows Media Player & Co. gerippt — und AC/DC darin in vier Schreibweisen. CheeTag ist das Werkzeug, das ich mir zum Aufräumen baue: sortieren, taggen, prüfen, ohne dass dem Original ein Byte fehlt.

CheeTag — Bildzeichen und Schriftzug

Es gibt Ordner, die man lieber nicht aufmacht. Bei mir heißt einer davon Musik. Darin steckt meine private CD-Sammlung — ein großes Standregal voller CDs und zwei Türme mit Maxi-CDs —, über die Jahre als Privatkopie auf die Festplatte gewandert. Ganz legal übrigens: Die eigenen CDs darf man für sich kopieren, solange kein Kopierschutz umgangen wird. Musikalisch einwandfrei — organisatorisch ein Moshpit. 🤘

Also baue ich mir gerade ein Werkzeug, das dort aufräumt: CheeTag. Sortieren, taggen, prüfen — SORT · TAG · VERIFY, daher auch der Name.

Erst mal Inventur

Bevor man aufräumt, schaut man nach, was da eigentlich liegt. Und da zeigt sich, woher das Chaos kommt: Gerippt wurde über die Jahre mit allem, was gerade da war — iTunes, Windows Media Player, Exact Audio Copy und noch ein paar andere. Jedes Programm hatte seine eigene Vorstellung davon, wie Ordner und Dateien heißen sollen. Von den Tags reden wir lieber gar nicht erst. 🙈

  • AC/DC gibt es gleich viermal: als AC DC, AC, DC, AC-DC und ACDC. Angus Young wäre stolz, wie vielseitig man seine Band schreiben kann.
  • Ein bunter Mix aus Formaten, vom soliden MP3 bis zu Exoten wie WMA und APE.
  • Ein Dateipfad, der länger ist, als Windows eigentlich erlaubt.

Warum nicht einfach ein fertiges Tool?

Hab ich mir natürlich angeschaut. MusicBrainz Picard taggt hervorragend, weiß aber nicht, wie weit ich mit dem Aufräumen schon bin. beets kann genau diesen Ablauf, will dafür aber Kommandozeile und Konfigurationsdateien. Und die großen Player mit eingebautem Tag-Editor sind meistens eher Cockpit als Werkzeug.

Was mir fehlte: ein geführter Umbau mit Oberfläche, bei dem man heute 20 Alben schafft, in drei Wochen weitermacht — und jederzeit sieht, wo man steht.

Die Idee: Quelle → Werkbank → Library

Die wichtigste Regel zuerst: Das Original wird nicht angefasst. Im Standardmodus liest CheeTag die alte Sammlung nur, und daneben wächst Stück für Stück eine neue, sauber sortierte Library. Wer den Speicherplatz nicht hat, kann auch direkt im Originalordner aufräumen — dann wird nichts gelöscht, sondern in eine Ablage geschoben, und jede Änderung lässt sich rückgängig machen.

Dazwischen liegt die Werkbank:

  1. Erfassen — jede Datei wird gelesen: Format, Tags, Cover und ein Prüfwert über die reinen Audiodaten.
  2. Erkennen — ein akustischer Fingerabdruck geht an AcoustID, die Treffer werden mit MusicBrainz abgeglichen. Heraus kommt ein Vorschlag mit Trefferquote.
  3. Prüfen — Album für Album, vorher und nachher nebeneinander. Die Maschine schlägt vor, der Mensch entscheidet.
  4. Übernehmen — kopieren, taggen, Cover rein, sauber benennen.
  5. Verifizieren — die neue Datei wird noch einmal gelesen. Erst wenn die Tags stimmen und die Musik bitgenau dieselbe ist, wird sie grün.

Ein Extra, auf das ich mich besonders freue: Sampler auflösen. Ein Titel von irgendeiner „20 Greatest …"-Sammlung landet dann dort, wo er hingehört — bei seinem eigenen Interpreten, auf seinem eigenen Album. Der Sampler geht dabei nicht verloren, er wird zur Playlist in der ursprünglichen Reihenfolge.

Wo es gerade steht

Die Inventur ist fertig. Die komplette Sammlung ist erfasst, der zweite Durchlauf dauert nur noch 12 Sekunden, weil CheeTag sich merkt, was sich nicht geändert hat — und auf der Platte wurde dabei kein einziges Byte verändert. Genau das war die Abnahmebedingung.

Jetzt läuft die Erkennung: Fingerabdrücke und der Abgleich mit AcoustID funktionieren, als Nächstes kommen die Albumvorschläge aus MusicBrainz und die eigentliche Werkbank.

Unter der Haube: ein Kern in Rust, die Oberfläche mit Tauri und React, alles lokal in einer SQLite-Datenbank. Deutsch und Englisch, dunkel zuerst — natürlich im CheetahLab-Look. Kein Konto, keine Cloud, und die Zugangsschlüssel für die Musikdienste liegen im Tresor des Betriebssystems, nicht in irgendeiner Textdatei.

Und dann?

Wenn die Sammlung aufgeräumt ist, soll sie auch Spaß machen: Alben als Cover-Raster, Playlisten in Sekunden, Songtexte zum Mitsingen — und über Navidrome aufs Handy, fürs Joggen und fürs Auto.

Und jetzt die gute Nachricht: CheeTag bleibt nicht in meiner Werkstatt. Wenn alles klappt, gibt es das Werkzeug später zum Download — für alle, deren Musikordner ebenfalls ein Moshpit ist. 😁

Bis dahin ist noch ein Stück Weg. Wie es weitergeht, steht hier im Werkstatt-Log. 🖖